Tipps für heiße Sommertage

                                                       Foto: robertszlivka Titel: My little dog Lizenz: CC-BY-ND

Da unsere Hunde im Gegensatz zu uns nicht schwitzen können, um so überschüssige Wärme abzugeben und ihre Körpertemperatur zu regeln, und somit ihre Temperatur am meisten durch das Hecheln regulieren müssen bei dem sie Wärme abgeben können, ist es besonders wichtig einige Tipps für heiße Sommertage zu beachten, um diese eurem Hund so angenehm wie möglich zu gestalten.

1. Spaziergänge am Wasser
 Bei warmen bis heißen Temperaturen sollte man bestenfalls keine große Runde zwischen Mittag und Nachmittag gehen. Besser eignen sich die Spaziergänge morgens und abends oder auf kleinere Spaziergänge über den Tag verteilt. 
Sollte es dann jedoch immer noch ziemlich warm sein, eignen sich besonders Spaziergänge am Wasser, die dem Hund die Möglichkeit geben, sich abzukühlen oder sich im kalten Wasser auszutoben.
Sind in der unmittelbaren Nähe keine Wasserquellen zur Verfügung, könnt ihr euren Hund ach im Auto mitnehmen an einen Spazierort, der für ihn etwas besondereren Art. Dazu eignen sich besonders Seen, an denen Hunde erwünscht sind. 
Eine Liste nach Bundesländern findet ihr hier:

Hundefreundliche Seen nach Bundesländern

2. Ausreichend Trinken zur Verfügung stellen
Zuhause und auf Spaziergängen sollte dem Hund immer genug Flüssigkeit zur Verfügung stehen, damit der Hund möglichst viel trinken kann und nicht austrocknet oder überhitzt. 
Dazu einfach einen zusätzlichen Napf mit Wasser in den Schatten im Garten oder an sonstigen Aufenthaltsplätzen des Hundes aufstellen oder eine praktische Trinkflasche für unterwegs mitnehmen. 

3. "Pool" im Garten aufbauen
Steht eine Wasserquelle auf dem täglichen Spaziergang oder in der Nähe nicht zur Verfügung, aber ihr habt einen Garten, eine Terasse oder einen großen Balkon? Wie wäre es damit, einen kühlen Pool aufzubauen, um eurem Hund die Möglichkeit zu geben bei Bedarf im kalten Wasser zu plantschen?

Je nach Größe des Hundes kann man dabei mit Ausnahme eines normalen Pools verschiedene Möglichkeiten in Betracht ziehen, wie beispielsweise:

1. Einen Hundepool (nicht so schnell kaputtbar wie aufblasbare Pools)
2. Eine robuste Sandkastenmuschel als Pool umfunktioniert (quasi unkaputtbar)
3. Einen Korb mit Wasser füllen (gerade für kleine Hunde)

 Wichtig: Dafür sorgen, dass der Hund jederzeit ohne Probleme selbstständig aus dem Wasser kommen kann.

4. Hundeeis selber machen
Auch Hunde freuen sich im Sommer über eine kalte Abkühlung in Form eines Eis! 
Dabei kann man kreativ sein, alles was man dafür braucht sind Wasser, eine Gefriertruhe und einen Becher/eine Schale. 
Das Wasser wird in den Becher/die Schale gegeben und dann kann man Zutaten hinzugeben, die der Hunde gerne isst wie beispielsweise Trockenfutter, Gemüse (vorher informieren) oder Fleisch.
Auf dieser Seite habe ich einige Rezeptideen gesehen, die nach Bedarf aber auch einmal ausprobiert werden können.
 
Ein Tipp: Ein wenig Hüttenkäse ist ein super Geschmacksverstärker und klasse Eiweißlieferant! 

5. Schattenmöglichkeiten schaffen
Bei längeren Spaziergängen, beim Besuch bei Freunden oder bei längerem Aufenthalt im Garten ist es besonders wichtig dem Hund Schattenmöglichkeiten zu bieten, um einen Hitzeschock zu vermeiden. Entweder bietet man dem Hund die Möglichkeit während des Spazierganges auf schattigen Wegen laufen und im Garten an schattigen Plätzen liegen zu können oder man schafft künstlich Schatten, indem man einen Sonnenschirm aufbaut.

6. Feuchtes Handtuch bereitlegen
Bei besonders warmen Wetter kann man dem Hund auch ein feuchtes Handtuch an einen Platz legen, an dem er sich bei Bedarf drauflegen kann. Alternativ dazu kann man zwischendurch auch mal seine Beine befeuchten, so dass das Wasser an die Hautoberfläche kommt und sie kühlen kann. Dabei sollte nur darauf geachtet werden, dass der Hund auch wieder trocknen kann, da eine dauerhaft nasse Haut auch Erkältung oder weitere Krankheiten verursachen kann.



6. Keine Spaziergänge bei Mittagshitze
Wie schon vorhin angemerkt ist es wichtig bei der Mittagshitze keine Spaziergänge einzuplanen, die von längerer Dauer sind. Damit setzt ihr euren Hund einer erhöhten Gefahr aus zu überhitzen und an einem Hitzeschock zu erleiden, was im allerschlimmsten Falll auch tödlich enden kann. Spaziergänge lieber auf morgens und abends aufteilen!

7. Nicht alleine im Auto lassen
Leider wird dieser Punkt selbst heutzutage noch häufig von Hundehaltern unterschätzt. "Den Hund für nur 5 Minuten im Auto lassen? Wird schon nichts passieren!" 
Laut Peta kann sich das Auto aber an heißen Sommertagen auf bis zu 70°C aufheizen und das nur in wenigen Minuten! Nur durch Hecheln können die Hunde so nicht mehr ihre Körpertemperatur regulieren und es kommt zu schweren Organschäden, die schlussendlich zum Tod führen. 
Also entweder: Hund für diese Zeit zuhause lassen oder einen Beifahrer bitten solange mit dem Hund im Schatten zu warten, sofern ein Hund im Laden oder weiterem nicht gestattet ist.

8. Keine Spaziergänge auf heißem Asphalt
Worüber viele Hundehalter gar nicht wirklich nachdenken, da sie selber Schuhe anhaben, ist, dass der an heißen Sommertagen der oft massiven Sonneneinstrahlung ausgesetzte Asphalt ziemlich heiß ist. Deshalb ist es wichtig darauf aufmerksam zu machen, dass auch wenn ihr es nicht merkt: der Hund kann sich bei diesem Wetter schnell die Pfoten verbrennen, was nicht nur unangenehm ist, sondern für ihn auch massive Schmerzen bedeuten kann. Deshalb lieber schattige Wege gehen, die von Wiese bedeckt sind oder auch steinig sein können.

9. Zeckenschutz
Zecken sind blutsaugende Parasiten, die sich gerade an heißen Sommertagen im hohen Gras oder Gebüsch an ihren Wirt heften, um sich von dessen Blut zu ernähren. Dabei können sie jedoch auch Krankheiten wie Borreliose und weiteres übertragen, wenn der Zeckenschutz nicht ausreicht oder der Zeckenbiss zuspät erkannt und behandelt wurde.
Deshalb ist es gerade im Sommer wichtig, dass euer Hund ausreichend vor Zecken geschützt ist. Einige Möglichkeiten des Zeckenschutz liste ich euch hier unten auf. Was die beste Möglichkeit ist, sollte man besser selber entscheiden oder einen Arzt konsultieren:

1.  Parasitenschutzhalsbänder
Vorteil: Wirken besonders gut an den Stellen, wo die Zecken bevorzugt beißen (Kopf, Nacken, Rücken); halten mehrere Wochen bis Monate; verhindern den Zeckenbiss; Anwendung kann nicht vergessen werden; hilfreich, wenn Hunde sich gerne im Wasser aufhalten; oft günstiger als Spot-on-Präparate während des Sommers; kein gegenseitiges Ablecken durch Hunde

2. Spot-on-Präparate
Vorteil: einfaches Auftragen der Tröpfchen durch eine Pipette
mögliche Nachteile: Überdosierung, regelmäßige Auffrischung 

3. Die Tablette
Vorteil: Kein Entfernen des Zeckenschutz von Außen möglich
möglicher Nachteil: kann vom Hund verweigert werden beim Essen
 
10. Nicht scheren 
Und zu guter letzt: Den Hund im Sommer nicht scheren! Für einige Rassen wie Pudel, rauhaarige Terrier oder Schnauzer ist es kein Problem das Fell zu trimmen, von allen anderen Rassen wird dringend abgeraten!
Viele Hunderassen (darunter auch Golden Retriever oder Schäferhunde) haben ein zweischichtiges Fell bestehend aus Deckhaar und Unterwolle.
Während das Deckhaar vor Nässe, Sonne und Schmutz schützt, sorgt die Unterwolle für Isolation (auch gegen Kälte). Beim Scheren des Fells würde man somit die wichtige Schutzschicht des Deckhaars entfernen, was bedeuten würde, dass der Hund schnell einen Sonnenbrand bekommen kann (was ja nachweislich auch zu Krebs führen kann), schneller von Mücken und Zecken gestochen werden kann und gegen die Kälte beim Baden in kühlen Gewässern nicht mehr ausreichend geschützt wären.
Für nähere Informationen fragt am besten euren Tierarzt! 

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